Planung und Vorbereitung
Ein Wurf sollte genau überlegt sein! Vor allem sollte man sich mit der Hamstergenetik auseinander setzen, da nach wie vor von bestimmten Kreuzungen Abstand zu halten ist!

Ein Mittelhamsterweibchen bringt schon nach einer extrem kurzen Tragezeit von 16 Tagen die Jungen zur Welt und könnte noch am selben Tag wieder brünstig werden! Dies hätte zur Folge, dass praktisch eine Trächtigkeit in die andere übergeht. Die kurze, oft komplikationslose, Aufzuchtphase von 21 Tagen begünstigt ebenfalls die rasante Vermehrung. Daher ist es wichtig, sich vor der Verpaarung um Abnehmer zu bemühen, denn gerade der Hamster, der zu schnell auf eigenen Beinen steht, besteht schon bald auf sein eigenes Revier! Denn leider zeigt die Erfahrung immer wieder, dass der Züchter häufig mit seinen Jungtieren alleine dasteht und gezwungen ist, zusätzlich artgerechte Käfige anzuschaffen, da die Hamster untereinander von Woche zu Woche unverträglicher werden und ihrerseits mit der Paarung beginnen.

Das Weibchen muss vor ihrer ersten Verpaarung mindestens 3 besser 4 Monate alt und gesundheitlich fit sein. Die schon ausgewogene Ernährung sollte schon frühzeitig durch extra Eiweißgaben ergänzt werden. Auch ist zu beachten, dass das Hamsterweibchen nicht älter als 6 Monate bei ihrem ersten Wurf sein sollte, denn dann ist das Becken bereits verknöchert und führt zu Komplikationen bei der Geburt!
Setze zur Paarung immer das Weibchen zum Männchen in den Käfig, oder bring die beiden an einem neutralen Ort zusammen, nie umgekehrt. Sollte das Weibchen das Männchen wegbeißen, so ist das ein Zeichen, dass sie nicht paarungsbereit ist, deswegen sollte die Fortpflanzung zweier Hamster immer unter Aufsicht vorgenommen werden! Ist das Weibchen paarungsbereit (alle 4 Tage) so wird sie in die sogenannte Deckstarre gehen.
Ist der Paarungsakt vollzogen (unterschiedliche Dauer von Minuten) merkt man anhand des aggressiven Verhaltens seitens des Weibchens gegenüber dem Männchen, dass sie 'genug' hat und sollte wieder getrennt werden. Ein Paarungsakt ist natürlich kein sicheres Indiz für eine erfolgreiche Brünstigkeit, aber man sollte damit rechnen und sich den Tag der Geburt (16 Tage später) notieren.
Spätestens 5 Tage vor Geburt kann der Käfig vorbereitet werden:
=> geräumiges Häuschen (mit abnehmbarem Deckel) bereitstellen, was genügend Platz für eine große Familie bietet
=> ev. Etagen aus dem Käfig entfernen, so dass die Gefahr von Herunterfallen der Babys vermieden wird
=> Gitterkäfige sollten so 'präpariert' werden, dass ein Rausfallen der Babys nicht möglich ist (Aqua besser geeignet)
=> Wasserschälchen sollten mit Nippeltränken ausgetauscht werden (damit die Babys nicht darin ertrinken können)
=> Käfig nochmal reinigen und danach nicht mehr verändern
=> reichlich Nistmaterial anbieten (geeignet: Hanfmatte und/oder weißes unparfümiertes unbedrucktes Toilettenpapier)
Wie oben schon erwähnt, sollte man in der Schwangerschaft die Kost etwas erweitern - eiweißreich - ist hier das Stichwort.
Man kann es in Form von (z.B.): - Magerquark
- Naturjoghurt
- Hüttenkäse
- Gammarus (Bachflohkrebse)
- Eiweiß (das Weiße vom Ei - gekocht)
- Mehlwürmer, Insektenlarven
- frisches, rohes Rinderhack anbieten
Erfahrungsgemäß legt das Hamsterweibchen die letzten 4 - 5 Tage vor der Geburt an Gewicht zu. Auch ist ein unförmiger Leibesumfang oder dreieckiges Hinterteil erkennbar.