Aufzucht
Hamster versorgen ihren Nachwuchs äußerst gründlich und fürsorglich, sie brauchen dabei keine Hilfe! Jede Störung, sei sie auch noch so gut gemeint, kann dazu führen, dass die säugende Mama Gefahr lauert und die Babys auffrisst. Die neugeborenen Nesthocker sind vollständig von der Hamsterin abhängig, deshalb verlässt sie auch in den ersten Tagen kaum das Nest, denn sie muß die Kleinen nackten Geschöpfe wärmen, säugen und die natürlichen Körperöffnungen säubern (auch nimmt sie den Harn und Kot der Babys auf). Durch das intensive Belecken des Bauchbereiches der frisch geborenen Hamster regt sie deren Verdauung an.
Auch sollte man eine Käfigumgestaltung in dieser Zeit meiden, dass einzige was erforderlich ist, frisches Wasser und Futter reichen. Und sollte die frischgebackene Mama nicht genügend Nestmaterial haben, dieses anbieten (bitte nur weißes, unparfümierte Klopapierstücke). Dies nur in den Käfig legen, sie wird es sich selber ins Nest holen.

Futter:

-          reichlich Körnerfutter (Sonnenblumenkerne regen den Milchfluss an)

-          Eiweiss ist wichtig (z.B. Quark, Joghurt, Hundekuchen)

-          Frischfutter (aber nicht zuviel, damit es nicht lange gehamstert wird)

-          Babybrei aus Gläschen (ohne Zwiebel oder Zucker)

-          Kolbenhirse (wird gern von Babys gegessen)

-          Zwerghamsterfutter (da die Kinder ab Tag 5 schon mitknuspern und lieber kleine Saaten bevorzugen)

Der Käfig darf das erste Mal gereinigt werden, wenn die Babys mind. 17 Tage alt sind, aber besser ist es damit zu warten, bis sie von der Mutter getrennt werden. Man sollte ihnen dann aber was aus dem Käfig der Mutter mitgeben, damit sie in der neuen Umgebung etwas vertrautes vorfinden.

Die Babys werden im Alter von ca. 10-12 Tage anfangen den Käfig zu erkunden. Dann kann man anfangen, sie an Frischfutter zu gewöhnen, dabei löschen sie auch ihren Durst. Geeignet ist für den Anfang: Apfel und Karotte. Alles gut waschen und schälen, gut abtropfen lassen. Nicht aus dem Kühlschrank füttern.

Die Babys müssen mind. bis zum 21.Tag bei der Mutter bleiben. Wenn die Mutter sie dann immer noch säugt - der Wurf nicht zu groß ist - und die Mutter fit aussieht, kann man sie gut und gern noch 2 – 3 Tage länger bei ihr lassen.

Danach sollten sie aber getrennt werden, entweder sofort in gleichgeschlechtliche Gruppen oder sie bleiben noch 1-2 Wochen in der gemischten Gruppe.

Hamster werden im Alter von 5-6 Wochen geschlechtsreif - und sollten deshalb ab der 4.Woche sicherheitshalber bereits geschlechtlich getrennt sein!
Handaufzucht
Leider kann es auch mal passieren das die Hamsterbabys auf menschliche Hilfe angewiesen sein können, z.B. durch:
- das Ablehnen der Jungtiere durch die Mutter
- nicht ausreichende Milch für alle hungrigen Mäuler
- einen Fund (z.B. ausgesetzte Hamsterbabys)
- Krankheit der Hamsterin, weil sie zu schwach ist, sich um den Wurf zu kümmern
- Sterben der Hamstermama, bevor die Kinder selbständig sind
Tritt dieser Fall ein, muß der Mensch die Rolle der Hamstermutter übernehmen. Dabei sind vor allem wichtig, die regelmäßigen Fütterungen mit einem geeignetem Muttermilchersatz (z.B. Kinderkatzenaufzuchtsmilch), was handwarm jede Stunde mit einer Pipette vorsichtig verabreicht werden muß. Anschließend muß man mit dem Finger sacht das kleine Bäuchlein massieren, um so die Verdauung anzuregen, sonst leidet das Hamsterkind an Verstopfung und verstirbt. Auch müssen die Kinder warm gehalten werden, am Besten mit einer Wärmeflasche (die natürlich immer mal wieder erneuert werden muß), die man eingepackt unter dem Käfig anbringt oder einer Rotlichtlampe (mit mind. 1m Abstand und nicht länger als 15 Minuten Wärmeabgabe), mit der man den Käfig bestrahlt. Natürlich sind die Überlebenschancen größer, je älter die Babys werden.

Ab dem ca. 7.Tag kann man die Fütterung im knappen 2 Stunden Rhythmus vornehmen, aber auch dann immer an die Bauchmassage denken. Nun kann man auch kleine Saaten (Zwerghamsterfutter, Hirse) anbieten.

Natürlich sollte man auch beachten, dass Hamsterbabys neugierig die Umgebung entdecken wollen. Normalerweise werden sie dann von der Mama zurück getragen... deswegen sollten sie in einem kleinen Bereich das Nest haben, so dass Entdeckungstouren für sie unerreichbar sind. Ein kleines Häuschen mit zugestelltem Eingang und abnehmbarem Deckel eignet sich hervorragend.

Wenn die Nesthocker das Alter von 2 Wochen erreichen, sind sie aus dem Gröbsten raus. Nun kann man sie langsam an das normale Futter gewöhnen und Babybrei anbieten. Die Zufütterung der Ersatzmilch kann man langsam ausschleichen.

Man muß natürlich beachten, dass Hamster, die ohne die Mutter aufwachsen in ihrer Entwicklung zurück liegen und deswegen auch nicht voreilig voneinander zu trennen sind. Es tut ihnen gut, so lange wie möglich in einer gleichgeschlechtlichen Kindergruppe zu lernen. Natürlich sollten sie dann, spätestens, wenn sie erwachsen sind getrennt werden.